Als Unternehmensberaterin knüpfe ich an der Weisheit des Gartens an.
Gärten sind in Kultur genommene Natur: lebendige Systeme, die gestaltet werden – und nicht vollständig kontrollierbar sind. Gleichzeitig ist das Leben hier geschützter und ertragreicher als außerhalb des Gartenzauns. Und Gärten sind gastliche Lebensräume für Menschen, Tiere und Pflanzen.
Diese Prinzipien prägen auch meine Arbeit mit Führungskräften und Organisationen: Bedingungen schaffen, in denen Wachstum möglich wird. Dynamiken und Zusammenhänge erkennen. Immer wieder das Richtige tun – mit Ausdauer und Geduld.
Als Kind liebte ich Bücher und Geschichten. Eines meiner Lieblingsbücher war „Die Geschichten der Blumenfrau“.
Die Blumenfrau erzählte jedem Menschen, der ihr Blumen abkaufte, eine Geschichte. Eines Tages kam sie, als es noch im Mai Winter war und die Menschen verzagt waren ob der Kälte. Sie brachte Veilchen und Narzissen, Primeln und Hyazinthen. Und noch am selben Abend schmolz der letzte Schnee von den Dächern.
Soweit mein Kinderbuch. Für mich ist es bis heute ein Sinnbild für meine Arbeit:
Wenn ich auf mein Leben als Garten- und Unternehmensberaterin und auf das blicke, was mir wirklich wertvoll erscheint, dann sind es genau diese zwei Dinge: Pflanzen – und Geschichten. Geschichten entstehen zwischen Menschen. Zwischen jemandem, der erzählt, und jemandem, in dem etwas in Resonanz geht. Sie machen Leben lebendig und verbunden. So wie dieses Kinderbuch hat mich meine Familie geprägt – und die Kultur, in der ich aufgewachsen bin: multilingual, mehrperspektivisch, mit einem Blick über den eigenen Tellerrand. Seit über fünfzig Jahren bewege ich mich zwischen unterschiedlichen Welten: zwischen Stadt und Land, der Künstler:innenszene in Wien und dem Landleben in Oberösterreich, zwischen den Soziotopen Bauernhof und urbanem Wohnprojekt. Diese Erfahrung im Verbinden von Perspektiven, dieses Verständnis für unterschiedliche Lebensrealitäten und meine Kommunikationskompetenz bringe ich in meine Arbeit ein – in Projekten, in Organisationen und auch in der Supervision.
Geprägt haben mich auch Erfahrungen, die sich nicht einfach abschütteln lassen. Ich weiß, dass es im Leben Momente gibt, die einen den Boden unter den Füßen wegziehen und wo Vertrautes wankt. Und dass es gerade in diesen Momenten die Beziehungen sind, die weiter tragen: Zu Freundinnen und Freunden genauso wie zu Auftraggebern oder Lieferantinnen und anderen Menschen, die sich gerade in diesem verbunden fühlen.
Seit vielen Jahren arbeite ich in und mit der Nachhaltigkeitsszene insbesondere des biologischen Landbaus, ebenso in einigen anderen Branchen. Über viele Jahre bin ich davon ausgegangen, dass es einen Punkt geben wird, wo uns diverse Krisen wachgerüttelt haben werden und die Welt ökologisch nachhaltig und inklusiv ist.
Heute sehe ich das nicht mehr so. Sondern gehe eher davon aus, dass es einerseits gilt diese Schritte weiter zu gehen. Und gleichzeitig Kompetenzen zu entwickeln, mit den Verlusten der Welt– wie das dramatische Artensterben – umgehen zu können und dazu eine gefühlte und bewusste Beziehung zu kultivieren. Dass es zu unserer Kernkompetenz als Mensch zählt, unterschiedliche Realitäten in uns abbilden zu können und Freud und Leid, Licht- und Schattenseiten leben zu können. Wie können wir zu vielen Facetten der Welt eine gefühlte Beziehung aufbauen? Auch und vielleicht gerade zu denen, die sich uns aufs erste nicht erschließen, die uns fremd sind? Um mit einem Pflanzenbild zu sprechen: Auch die unsichtbaren Teile der Pflanze – ihr Wurzelsystem kennen zu lernen und ins Bewusstsein zu holen. Denn aus diesem Wurzelwerk heraus entsteht das Blatt- & Blütenwerk einer Pflanze, also der sichtbare Teil der Pflanzenwelt.
Für all dies sind der Garten und das Gärtnern eine stetige Quelle der Inspiration. Des Wechsels zwischen Tun und Geschehen (sprich Wachsen) lassen, der Freude, was alles ohne viel Zutun üppig wächst, des klugen Anordnens von Pflanzen, des Loslassens von Plänen, der ständigen Improvisation. Gute Gärtner*innen sind für mich exzellente Führungskräfte.
Und: Ein Garten lehrt uns Verbundenheit. Nichts und niemand existiert auf dieser Welt für sich alleine. Auch wenn wir noch so darüber nachdenken, was zum Beispiel der USP eines Unternehmens oder eines Produkts ist. Für jedes Unternehmen gilt: Ohne seine Kund:innen und Lieferant:innen ist es schlicht nicht lebensfähig. Unternehmen sind wie lebendige Wesen, die in unzähligen Austauschbeziehungen mit anderen Wesen stehen. Umgekehrt ist ein Garten wie eine Organisationseinheit des planetaren Unternehmens Erde. Wenn wir diesen Garten so kultivieren, dass wir mit den Kräften arbeiten, die hier wirken, wenn wir zum Beispiel Wasser gezielt ernten und speichern, und das Bodenmikrobiom pflegen, dann wird die eigentliche Arbeit des ertragreichen Kultivierens von Pflanzen von Jahr zu Jahr leichter. Wenn wir in die Fruchtbarkeit von Böden investieren, wird die Ernte von Jahr zu Jahr größer oder anderes gesagt: Die Arbeit leichter & freudvoller.
Vielleicht gehen manche dieser Gedanken in Ihnen in Resonanz.
Oder Sie stehen an einem Punkt, an dem Vertrautes nicht mehr trägt – und neue Klarheit entstehen möchte.
Dann begleite ich Sie gerne – in Ihrer eigenen Klärung, mit Ihrem Team oder Ihrer Organisation.